This website uses cookies

Read our Privacy policy and Terms of use for more information.

Ostverträge

  • Verträge mit Moskau (1970), Warschau (1971), DDR (Grundlagenvertrag 1972)

  • Grundlagenvertrag: Ende der Hallstein-Doktrin, Gewaltverzicht, Einrichtung von Botschaften, Garantie der Grenzen

  • Gemischte Rezeption, wurde teils als wichtiger Schritt der Entspannungspolitik, teils als Aufwertung der DDR und Legitimierung von Unrecht gesehen

  • Heutzutage ebenfalls kontrovers, teils als “Appeasement-Politik”, teils als notwendige diplomatische Maßnahme in der Ostpolitik

  • Brandts Ostpolitik: “Wandel durch Annäherung”, damit steht er im Kontrast zu vorigen Regierungen, ermöglichte spätere Verhandlungen

Probleme in der DDR

  • Planwirtschaft funktioniert nicht, Betriebe schwächeln, keine Branche konkurrenzfähig, Innovationsrückstände, marode Infrastruktur

  • Überbeschäftigung, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden

  • DDR hat Kredite im Westen aufgenommen, muss diese zurückzahlen, ist aber selbst für Zinsen zahlungsunfähig

  • Menschen in der DDR sind arm, DDR exportiert viel ihrer “guten” Produkte zur Devisenbeschaffung

  • 1983/84 “Milliardenkredit” von Franz Josef Strauß, DDR erhält von westlichen Banken 1 Mrd. D-Mark, muss dafür Selbstschussanlagen abbauen und Familien wiedervereinigen

  • Umweltprobleme in der DDR aufgrund schwacher Regularien

  • viel zu hohe Subventionen (für Betriebe, die von der Pleite bedroht sind, für Grundnahrungsmittel und öffentliche Verkehrsmittel)

  • in DDR-Kirchen finden sich Menschen zusammen, um sich für Umwelt / Frieden / Freiheit einsetzen, Stasi kann das nicht unterdrücken

Gorbatschows Politik

  • Sowjetunion wird sich nicht einmischen, wenn Mittel- und Osteuropa vom Kommunismus abweichen (“Sinatra-Doktrin”), ermöglicht Demokratisierung (”Glasnost”, “Perestroika”), Abschaffung der Breschnew-Doktrin

  • DDR weigert sich nach wie vor

  • UdSSR 1989 militärisch zu schwach für eine Intervention

Zeitlicher Ablauf

  • Mai 1989 Ungarns Grenzöffnungen, DDR hält Kommunalwahlen ab (98,85% Zustimmung), Opposition prangert Wahlmanipulation an

  • Sommer 1989 Massenflucht aus der DDR, v.a. über Ungarn / Tschechien

  • 4.9.1989 Montagsdemonstration in Leipzig, diese werden in den Folgemonaten immer größer (am Ende über 300.000 Menschen)

  • 18.10.1989 Krenz wird neuer Parteichef (Honecker abgetreten)

  • 9.11.1989 “Allgemeine Reisefreiheit”, ständige Ausreisen können für alle DDR-Bürger in die BRD erfolgen, im Fernsehen wird von Schabowski Fehlansage gemacht und die Grenzen werden am selben Tag geöffnet

  • Kohl stellt 10-Punkte-Plan zur schrittweisen Annäherung vor

  • März 1990: freie, demokratische Wahlen

  • 1990: DDR wird von vielen Auswanderern destabilisiert

  • Manche Bürger wollen demokratischen Sozialismus, CDU will Geltungsbereich des Grundgesetzes beitreten

  • 18.3.1990: CDU siegt mit 48,15%, SPD und Ex-SED abgeschlagen (CDU hat Wiedervereinigung und 1:1-Umtausch von Ostmark zu D-Mark versprochen)

  • 01.07.1990: Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion von BRD und DDR wird etabliert

  • 03.10.1990: Beitritt der DDR zur BRD

  • 2+4-Verhandlungen

Internationale Standpunkte:

  • USA: Für die Wiedervereinigung, haben nur Sorge vor Auflösung der NATO (Verlust wichtiger Stützpunkte), wollen DE In NATO halten

  • Frankreich: Angst vor wirtschaftlicher Übermacht von DE, Deutschen müssen erst wählen aber DANN entscheiden Europäer, europäische Einigung darf nicht gefährdet werden

  • GB: Angst vor wirtschaftlicher Übermacht von DE

  • UdSSR: keine NATO-Osterweiterung, erhoffen sich umfangreiche deutsche Zahlungen, wollen Sicherheitsgarantien, akzeptieren NATO-Mitgliedschaft von DE

  • Polen: Angst vor deutschen Gebietsforderungen

  • DDR (SED/SPD): Will Sozialismus reformieren, aber erhalten

2+4-Vertrag:

  • Deutschland erkennt alle Grenzen (v.a. Polnische Grenze an Oder-Neiße) an

  • DE reduziert Streitkräfte

  • Sowjetunion zieht Truppen aus DDR ab

  • DE bleibt in der NATO

  • Keine Nuklearwaffen, keine NATO-Truppen in DDR-Gebiet

  • volle Souveränität für DE

  • Berlins Sonderstatus endet

  • DE bekundet Willen zum Frieden und zur europäischen Einigung

DDR-Verbrechen:

  • Täter haben zwar nur “Befehle befolgt”, gleichzeitig haben sie sich oftmals bewusst in diese Lagen gebracht (z.B. durch Militärdienst) und sind nach wie vor ihrem Gewissen verantwortlich

  • Systemische Unterdrückung von Diskurs, Täter wurden dank Stasi / Gesetzen zu Taten indirekt gezwungen

  • Viele Verbrechen wurden nicht aufgearbeitet, da Akten ggf. nicht vorlagen oder zerstört waren

  • Wenn dann wurden einzelne Täter (z.B. Mauerschützen) aber selten Befehlsgeber verurteilt

Keep Reading